Kopfleiste-2017

Eine kleine Geschichte….            oder wozu ein Modul auch gut sein kann!

Da wir uns jetzt ja intensiv mit unserem Jubiläum im nächsten Jahr auseinandersetzen  müssen, fällt mir dazu eine, wie ich meine, ganz niedliche kleine Begebenheit ein, die sich vor langer Zeit bei mir zugetragen hat.

Es klingelte eines Tages das Telefon und es war eine junge Männerstimme am anderen Ende zu hören. Er stellte sich vor, erzählte etwas vom Studium, seiner Diplomarbeit und so weiter und ich wusste erst gar nicht, warum er mir das alles erzählte. Es war nun immer von einem Bekannten die Rede, der irgendwie mit Modelleisenbahnen zu tun hatte. Lange Rede, kurzer Sinn: dieser Bekannte hatte eine unserer Ausstellungen gesehen und muss sich wohl in mein Modul mit dem Fantasienachbau der Fehmarn-Sundbrücke verliebt haben. Nun hat er wohl sehr intensiv auf meinen Telefonanrufer eingeredet, dass dieses Modul wohl die Lösung aller seiner Probleme sein könnte. „Welche Probleme?“ fragte ich, und wusste nun gar nicht mehr, was er von mir wollte. Will er das Modul kaufen oder nachbauen oder was sonst?

Ich habe ziemlich lange gebraucht, bis ich das Wesentliche verstanden habe. Der gute Anrufer musste sich in seinem Studium mit Grafik und Fotografie auseinandersetzen und verzweifelte ein wenig an der Aufgabe, „Stürzende Linien“ beim Fotografieren zu vermeiden. Ich habe diesen Begriff nicht weiter recherchiert, kann mir aber vorstellen, dass bei korrekter räumlicher Fotografie Linien und Kanten schon ein Problem sein können.

Und nun sollte meine Brücke mit ihrer ganzen Länge für dieses Problem herhalten! „Wie er sich das denn vorstellen würde?“ war meine Frage und war nun selbst sehr gespannt auf die Lösung.

Wir vereinbarten einen Besuchstermin bei mir zu Hause und ich zeigte ihm das Modul. Obwohl es demontiert war (Ihr wisst ja, dass es immer demontiert bei mir zu Hause liegt, da ich ja nur die Brücke auf meiner Heimanlage mitbenutze), war er begeistert. Er überredete mich, das Modul mitzunehmen, da er am folgenden Wochenende ein Fotostudio zur Verfügung hätte. Also gut, wir bauten es zusammen, es passte komplett auch noch in sein Auto, er bekam auch noch meine 44er mit ein paar Hechten mit und schon war er weg.

Ein etwas mulmiges Gefühl hatte ich nun doch, ob das alles wohl so richtig ist. Aber in der folgenden Woche war alles wieder da und als Dank überreichte er mir 2 Abzüge seiner Bilder. Es war ja noch nicht die Zeit der digitalen Fotografie angebrochen und so sind die hier gezeigten Bilder von meinen Originalen abgescannt. Aber die Idee, von dem Modul  Nachtaufnahmen zu machen, um „Stürzende Linien“ darzustellen, fand ich schon sehr beeindruckend.

Brücke 2 - 5

Die Diplomarbeit ist wohl gut bestanden worden, denn, soviel ich weiß, lebt der Fotograf, heute in London und arbeitet dort sehr erfolgreich.

W. Rödenbeck Febr 2011